Evangeliche Kantorei St. Ingbert

SAARBRÜCKER ZEITUNG
2. 4. 2015 

Ungewöhnliche Wege
in der Passionsmusik

Evangelische Kantorei St. Ingbert startet
in der Martin-Luther-Kirche in die Konzertsaison
 

Die Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert war am vergangenen Sonntag gut besucht. Eingeladen hatten die Evangelische Kantorei zu einem nicht alltäglichen Kirchenkonzert. Die Zuhörer waren begeistert.

Carina Brunk präsentierte den Chor der Evangelischen Kantorei beim Passionskonzert am Sonntagabend in der Martin-Luther-Kirche in Bestform.                             FOTO: CORNELIA JUNG

Von SZ-Mitarbeiter
Wolfram Adolph

St. Ingbert. Die Passionszeit gehört hier zu Lande traditionell der Kirchenmusik. So hat die Evangelische Kantorei St. Ingbert ihre Konzertaktivitäten der Saison 2015 am vergangenen Sonntag in der gut besuchten Martin-Luther-Kirche auch ganz bewusst mit einer nicht alltäglichen, besonderen Passionsmusik gestartet. Dabei beschritt Kantorin Carina Brunk wie schon in der Vergangenheit erneut ungewöhnliche Wege der Programmgestaltung, indem sie es abseits ausgetretener Pfade anerkennenswerter Weise vermied, etwa mit der Aufführung sattsam bekannter Bach’scher Passionen lediglich eine der landauf landab zahllosen kirchenmusikalischen RepertoireDoubletten zu reproduzieren. Mit Bachs fünfteiliger Leipziger Kirchenkantate für Soli Chor und Orchester aus dem Jahr 1723 „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ (BWV 22) und dem Miserere c-Moll des aus Böhmen stammenden Bach-Zeitgenossen (und Dresdner Hofkapellmeisters) Jan Dismas Zelenka wurde sinnreich der Bogen geschlagen vom mitteldeutschen Barock lutherischer wie katholischer Prägung zur neapolitanischen Tradition, in der Tommaso Traettas von der italienischen Barockoper inspirierte Stabat-Mater-Vertonung steht, die im Todesjahr J. S. Bachs (1750) entstand. In den Mitgliedern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern fanden Chor und Vokalsolisten wiederum verlässliche wie rundum gewohnt professionell musizierende instrumentale Partner - mit ganz apartem Streichertimbre. Carina Brunk ließ die Continuogruppe zudem bisweilen leicht nach einem Gamben-Consort klingen und verlieh der Musik dadurch eine besonders innige, kammermusikalische Note. Erfreulich und professionell agierte durchweg auch die gut ausgesuchte vokale Solistenriege. Anne Kathrin Fetik gestaltete einen luziden, teils brillanten Solosopran, kontrastiert durch den charaktervoll-warmen Alt Angela Löschs. Alexander Wendts sicher gefü̈hrter, baritonal gefärbter Tenor harmonierte hier bestens mit dem kernig-voluminösen Bass von Vinenz Haab; dies ebenso auch in ausgewogener solistischer Quartettbesetzung. Die Evangelische Kantorei präsentierte sich auch diesmal erneut in sängerischer Bestform, indem sie einen ebenso präsenten wie prächtigen barocken Chorklang gestaltete. Auch dafür gab es sehr reichlichen bis herzlichen Applaus seitens des sich überaus begeistert zeigenden Publikums.

SAARBRÜCKER ZEITUNG
12.12.2014 

Musikalischer Advent fand Anklang
  Mit Konzert machte sich Kirchengemeinde selbst ein Geschenk  

Große Stimmen, solistisch und im Chor, ein gutes Orchester und die Orgel harmonierten in einem Weihnachtskonzert in der Martin-Luther-Kirche. Mit vier Stücken aus drei Jahrhunderten kam bei den Zuhörern am zweiten Adventssonntag Weihnachtsstimmung auf.

Weihnachtsoratorium

Von SZ-Mitarbeiterin Cornelia Jung

Unter dem Titel „Weihnachtsoratorium“ hatte der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik der Martin-Luther-Kirche am Sonntag in dieses St. Ingberter Gotteshaus eingeladen. Im Rahmen des Kulturrings wurde aber nicht nur das namengebende „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns unter der Leitung von Carina Brunk aufgeführt, sondern auch das „Weihnachtskonzert“ von Arcangelo Corelli, „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré und „Serenity“ von Ola Gjeilo.

Obwohl Musik von Komponisten des 18., 19. und 21. Jahrhunderts ausgewählt wurde, die aus Italien, Frankreich und Norwegen stammten, schienen sie doch aus einem Guss. Mit Corellis Concerto grosso op. 6/8 für zwei Violinen, Violoncello, Streicher und Basso, das 1712 entstand, wurde ein Werk gespielt, das gewissermaßen stilbildend für die damalige Musikszene war, denn es hatte weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung der Kammermusik, die Kirchen- und Kammersonaten sowie maßgeblich auf eben jene Gattung des Concerto grosso. 

 Beim zweiten aufgeführten Stück, in dem die Evangelische Kantorei das erste Mal zu hören war, ließ sich Fauré von einer aus dem Lateinischen übersetzten Hymne des Bühnendichters Racine inspirieren. Über den dritten Programmpunkt des Nachmittags, das „Serenity (O Magnum Mysterium)“ für achtstimmigen Chor und Solo-Cello sagte dessen Schöpfer Gjeilo selbst, dass er ein Stück ohne „Heuchelei und Filter“ schreiben wollte, was „tief aus meinem Herzen kommt“. Das Werk mit dem warmen, sanften Klang, das Raum und Beschwörung vermitteln soll, bietet sich für die Aufführung in der Vorweihnachtszeit geradezu an.

Das am Ende dargebotene „Oratorio de Noël op.12“, das Saint-Saëns im Advent 1858 innerhalb von nur 12 Tagen schrieb, war für den Chor etwas ganz Besonderes.
Die Evangelische Kantorei St. Ingbert, das Orchester aus Musikern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Christian von Blohn an der Orgel und die Solisten Anne Kathrin Fetik, Bettina Sander, Angela Lösch, Alexander Wendt und Stefan Röttig musizierten wie ein eingespieltes Team miteinander, was auch dem frischen und souveränen Dirigat von Carina Brunk zu verdanken war. Die Instrumentalisten und Sänger schienen nicht nur den zahlreichen Zuhörern im Kirchenschiff eine Freude zur Weihnachtszeit machen zu wollen, sondern auch sich selbst ein nachhallendes musikalisches Geschenk.

SAARBRÜCKER ZEITUNG
28. 5. 2014

Ein musikalischer Ausflug in die Zeit der Romantik

Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche hatte zum Konzert eingeladen.

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Der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der St. Ingberter Martin-Luther-Kirche hatte am vergangen Sonnt zu einem Leckerbissen in die Christuskirche eingeladen. Tatsächlich hatte er dabei nicht zu viel versprochen.

Von SZ-Mitarbeiterin
Cornelia Jung

St. Ingbert. Unter dem Titel „Mein Liebchen wohnt so weit von mir“ wurden romantische Chormusik und Klavierlieder von der Evangelischen Kantorei (Leitung: Carina Brunk) und einigen Solisten dargeboten. (...) Die Solisten Viktoria Kunze, Sopran, Marion Wildegger-Bitz, Mezzosopran, Alexander Wendt, Tenor, Fjölni Olafsson, Bass, Thomas Betz und Mauro Barbierato, Klavier, und der Chor erbrachten nach anstrengenden Proben nicht nur eine hervorragende Leistung, sondern verzauberten auch so manchen Zuhörer in der sehr gut besuchten Christuskirche. 

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Saarbrücker Zeitung
11.12.2013

Die Feuertaufe ist ihr geglückt

Dirigentin Carina Brunk meistert ihr erstes Konzert mit der Kantorei in St. Ingbert

Carina Brunk leitete das weihnachtliche Kantaten-Konzert in der St. Ingberter Martin-Luther-Kirche
Carina Brunk leitete das weihnachtliche Kantaten-Konzert in der St. Ingberter Martin-Luther-Kirche. (Foto: Jörg Jacobi)


Mit professioneller Souveränität hat Carina Brunk ihre Feuertaufe als Leiterin der Evangelischen Kantorei in St. Ingbert bestanden. Am Wochenende ließ sie das Publikum in der Martin-Luther-Kirche erahnen, dass sie das künstlerisch anspruchsvolle Niveau des 150 Jahre alten Chores sichern will.

Von SZ-Mitarbeiter
Wolfram Adolph

St. Ingbert. Die Evangelische Kantorei St. Ingbert lud am vergangenen Sonntag zum adventlich-weihnachtlichen Kantatenkonzert in die Martin-Luther-Kirche ein. Zugleich stellte sich Carina Brunk am Dirigentenpult dem sehr zahlreich erschienenen Publikum als neue Leiterin des Chores auch musikalisch vor. Um es gleich vorwegzunehmen: die chorische Arbeit der Evangelischen Kantorei wird mit Carina Brunk auch künftig auf einem künstlerisch anspruchsvollen Niveau gesichert sein. Mit ihr hat im St. Ingberter evangelischen „Kantorinnen-Amt“ nach dem im Frühjahr ausgeschiedenen Helmut Haag ganz fraglos eine nicht minder junge als hoffnungsvolle aufstrebende Berufsmusikerin den Dirigentenstab in der nahezu 150-jährigen Geschichte des Chores übernommen. Ihre St. Ingberter Feuertaufe nahm sie an diesem Abend mit professioneller Umsicht und Souveränität entgegen. Lob verdient vorab auch die klug überlegte Programm-Dramaturgie, die es vorab vermied, reflexhaft auf die sattsam bekannten und alljährlich im Konzertbetrieb überstrapazierten Bach’schen (oder Händel’schen) „Weihnachtsklassiker“ zurückzugreifen. (...)
Eine sehr geschickte Wahl für den Beginn des Konzertes bildete die Märtyrer-Kantate „Verfolge mich, o Welt“ auf den 26. Dezember (Gedenktag des Hl. Stephanus) aus der Feder des fast vergessenen Bachzeitgenossen Georg Gebel (1709-1753). Diese typische Choralkantate in vertrauter Bach’scher Manier stimmte in ihrer theologischen Aussage wie auch atmosphärisch gut zum besinnlich-ernsten Geist der adventlichen Bußzeit und verweist prospektiv auf das die Krippe des Erlösers überschattende Kreuz und die bevorstehende Verfolgung durch die Welt. Ein gewisser kompositorischer Qualitätssprung im direkten Vergleich zur eher kleinteiligen Satzfaktur Gebels machte sich mit der Psalmkantate  „Machet die Tore weit“ Telemanns bemerkbar.

Mit barocker Frische

Dieser erstreckte sich auf die phantasievolle Behandlung des Instrumentalsatzes, der von den Musikern der Deutschen Radiophilharmonie unter der zuverlässig-gemessenen Stab-führung Brunks klangrein-agil und mit barocker Frische professionell gestaltet wurde. Auch die Sänger der Kantorei fanden hier zu einem vorzüglich ausbalancierten, prachtvoll-strahlenden Barock-Chorklang, der auch die viersätzige, rein chorisch besetzte Weihnachtskantate „Das neugeborne Kindelein“ aus der Feder des hochbarocken Großmeisters Dietrich Buxtehude auszeichnete. (...)  

Saarbrücker Zeitung
14. November 2012

Bravourös und zupackend

Evangelische Kantorei St. Ingbert erntet für Mozart-Aufführung Begeisterungsstürme


Foto: Björn Schneider

Von SZ-Mitarbeiter Wolfram Adolph

Die Evangelische Kantorei St. Ingbert hat bei ihrer jüngsten Aufführung der Mozartschen Totenmesse ihr Publikum vollends überzeugen können. Die Zuhörer in der vollbesetzten Martin-Luther-Kirche dankten Chor und Orchester mit tosendem Applaus.(...)
Angesichts der nicht ganz abendfüllenden Länge des Werkes stellt sich zwangsläufig die Frage: was hat neben - oder gar nach - diesem Opus magnum des Komponisten überhaupt noch Bestand?
Einen überzeugenden Weg ging Helmut Haag, indem er Mozarts ebenfalls späte Motette Ave verum corpus (KV 618) mit Streicherbegleitung in das ohnehin sekundäre Requiems-Kompilat sinnreich in die Chorsequenz "Lacrimosa" einbettete.
Im Vordergrund des arienlosen Requiems steht der konsequent vierstimmige Vokalsatz, der von den Sängerinnen und Sängern der Kantorei bravourös und zupackend gestaltet wurde.
Deklamatorische Textpräsenz und hohe artikulatorische Präzision zeichnen den zwischen den Stimmgruppen klanglich bestens ausbalancierten Chor durchweg aus. Die großen Chorfugen (Kyrie, Cum sanctis tuis) wurden von Haag in erfreulich zügigem Tempo angegangen, wobei insbesondere das Frauenstimmenregister durch vorbildliche Koloraturbewältigung gefiel. Der kraftvolle, absolut punktgenau geglückte Einsatz des Dies irae - mit vollem Orchester und Paukenschlag - initiierte die vom Komponisten intendierte apokalyptische Wucht. Die monumentalen Chor-Rufe wurden durch das Tremolo im Orchester und synkopierte Einwürfe in den Chorpausen zusätzlich gesteigert. Etwas zaghaft bis indifferent zeigte sich der Chor (Soprane) hingegen im Rex tremendae: "salva me".
(...) Das Solistenquartett - Anna Kathrin Fetik, Sopran, Angela Lösch, Alt, Martin Steffan und Vinzenz Haab - überzeugte als Ensemble durch weitgehende Ausgewogenheit. Das Neue Saarländische Kammerorchester begleitete durchweg professionel und mit gewohnter Zuverlässigkeit. (...) 
Insgesamt und primär war diese rundum gelungene Requiemaufführung ein schlagender, klingender Beweis dafür, dass die Evangelische Kantorei St. Ingbert in ihrer augenblicklichen musikalischen Verfassung und sängerischen Leistungsstärke ohne Zweifel in die erste Riege der saarländischen Laienchöre einreihen darf.
So vermochten Dirigent und Musiker den anhaltenden Begeisterungsstürmen des Publikums in der vollbesetzten Martin-Luther-Kirche auch nur mit Mühe zu widerstehen. 

Saarbrücker Zeitung
28.03.2012

Die Worte des Erlösers
am Kreuz
In der Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert
fand ein Passionskonzert statt

SZ - Die Worte des Erlösers am Kreuz

Am vergangenen Sonntag lud der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche zur Aufführung eines Passionskonzertes mit Werken von Joseph Haydn und Rupert G. Frieberger ein.Unter der Leitung von Helmut Haag stellten die Evangelische Kantorei St. Ingbert, das Collegium Instrumentale und die Solisten Christian von Blohn an der Orgel und Adolph Seidel (Bass) "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" musikalisch so dar, dass es nach eigenem Bekunden selbst einiger Orchestermusiker kalt den Rücken hinunterlief.
Mit einer solchen Eindringlichkeit spielte das Collegium und sangen die Choristen die schwierigen Stücke, dass selbst nicht bibelfesten Christen klar wurde, dass es sich um etwas ganz Besonderes handeln musste. (...)
Gerade die Kontraste machten das Passionskonzert mit seiner Variabilität zu einem Erlebnis, so dass das Zuhören bis zum Schluss ein Genuss blieb. Die Zuhörer standen noch bei ihrem Gang aus dem Gotteshaus unter dem Eidruck der Musik.
"Außergewöhnlich" und "eindrucksvoll" waren die Worte der Konzertbesucher, mit denen sie die Leistung der Mitwirkenden honorierten. (...)  



Saarbrücker Zeitung
8.11.2011

Mit beträchtlicher Spannung*
St. Ingberter Hildegardskirche war der Ort eines ungewöhnlichen Konzerts

Foto

Dirigent Helmut Haag ging ein Wagnis ein, das ein beeindruckender Erfolg wurde: Zwei Chöre in nicht selbstverständlicher Eintracht und selten Gehörtes sorgten für ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Konzert mit pompöser Eröffnung.

Von SZ-Mitarbeiter Johannes Schenke

St. Ingbert. Was macht man,wenn man einer nicht ganz abendfüllenden Messe eine passende feierliche Ouvertüre verschaffen will? Man sucht bei Richard Strauss, der bekanntlich auch eine Speisekarte vertonen konnte, und wird fündig.So lernten wir den Feierlichen Einzug der Ritter des Johanniterordens (in Max Regers Orgelfassung) kennen, eine pompöse Eröffnung, die Christian von Blohn mit großer Geste intonierte,wirkungsvoll unterstützt von Posaunen und Pauken. Dieses Konzert war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen gab es eine nicht selbstverständliche Eintracht zwischen den andernorts konkurrierenden Chören der Hildegards- und der Martin-Luther-Kirche: Die eine stellte den Kirchenraum und den Organisten (der sich danach auch als Chorsänger profilierte!), die andere den Dirigenten. Und der, Helmut Haag, sorgte für beträchtliche Spannung, indem er die Große Messe in D von Ethel Smyth aus dem Jahre 1893 aufs Programm setzte - ein äußerst selten gespieltes und zudem extrem anspruchsvolles Werk, was die Aufführung betrifft. Die Komponistin fand trotz ihrer Verehrung für Brahms und Beethoven und trotz der Verwendung der liturgischen Form zu einem persönlichen Stil. Herbe, mystisch anmutende Klänge, dissonanzenreiche Harmonien, die oft bis an die Grenzen der Tonalität gehen, werden in eine strenge klassische Formensprache gezwungen - eine hochprofessionelle Mischung von großem Reiz. Was dem Werk jedoch fehlt, sind die inspirierten Melodien, die im Ohr haften bleiben. Hohe Hürden Das Stück konnte sich nicht durchsetzen: Zum Phönix fehlen dem Geschöpf die Flügel. Das stellt für die Chorsänger hohe Hürden dar, die aber von den beiden Chören mit großer Konzentration genommen wurden. Dass darunter an besonders heiklen Stellen die Artikulation litt, ist verständlich. Helmut Haag hatte alle Hände voll zu tun, um die Chöre und die souverän spielenden Musiker der Deutschen Radio Philharmonie zu einem Ganzen zu schweißen. Das ist nicht wenig, zumal Chor und Musiker nur eine einzige gemeinsame Probe hatten. Das Solistenquartett hatte bemerkenswert hohes Niveau. Judith Braun und Vinzenz Haab sangen die tiefen Partien ausdrucksstark und tonschön. Anne Kathrin Fetiks Sopran zeigte im Benediktus ein zart leuchtendes hohes Piano. Und Erwin Feith stattete das Agnus Dei mit seinem klangvollen, höhensicheren Tenor aus. Auch als Quartett boten die Solisten ein beachtlich homogenes Klangbild. Das abschließende Gloria, ein monumentaler Satz voll spätromantischer Opulenz, forderte noch einmal den vollen Einsatz aller Beteiligten. Helmut Haag, der ihnen viel abverlangt hatte, bedankte sich sichtlich bewegt bei Chor, Orchester und Solisten,begleitet von herzlichem Beifall in der voll besetzten Hildegardskirche. So wurde das gewagte Unterfangen am Ende zum eindrucksvollen Erfolg.

*Originalüberschrift des Kritikers:
"SEID UMSCHLUNGEN, KONFESSIONEN"

Evangelische Kantorei
eröffnet den Reigen
der Passionskonzerte

Die Evangelische Kantorei überzeugte
beim Auftakt der Passions-Konzerte

Foto

In St. Ingbert eröffnete diesmal die Evangelische Kantorei in der Martin-Luther-Kirche die Reihe der Passionskonzerte. Helmut Haag stellte, nach einer thematischen Einstimmung mit Friedrich Silchers Chorsatz „Schau hin nach Golgatha“, Joseph Haydns Stabat Mater vor, ein Oratorium für Soli, Chor und Orchester, das die Schmerzen der Mutter Jesu vor dem Kreuz und die Gebete der Gläubigen zu ihr eindrucksvoll ins Zentrum rückt. Haydns Musik erzeugt bei aller kunstvollen Ausgestaltung der Komposition, eine Schlichtheit des musikalischen Ausdrucks, die den Hörer unmittelbar emotional anspricht.

Helmut Haag scheint zu Haydns Sprache einen direkten Draht zu haben. Seine Sicherheit in der Wahl der Tempi ist ebenso selbstverständlich wie die umsichtige Führung des Chores und die behutsame Begleitung der Solisten. Dem Chorklang ist nicht anzumerken, dass die Sänger überwiegend in der Stufendynamik der barocken Kirchenmusik zu Hause sind. Sie führen unter seiner Leitung die klassischen Crescendi und Diminuendi geschmeidig aus und erzeugen damit, sensibel unterstützt vom kompetent besetzten Neuen Saarländischen Kammerorchester, beachtliche Klangwirkungen. Besonders eindrucksvoll geriet das Chor-Allegretto VII, von Haydn als bewegendes Gebet gestaltet.

Das Solistenquartett, dem der Komponist dankbare Aufgaben zugedacht hat, war sorgfältig ausgewählt: Marc Dosterts sehr lyrischer Tenor brachte die überwiegend melancholischen Passagen seines Parts stimmungsvoll, stellenweise etwas zaghaft, zu Gehör. Alexander Lauer füllte die vitalen Allegro- und Presto-Arien der Basspartie temperamentvoll aus, wobei sein Bariton sich in der hohen Lage hörbar am wohlsten fühlte. Ähnliches gilt für die Altpartie. Angela Löschs Mezzosopran entfaltet erst in der Höhe ihr volles Klangvolumen, dann aber in bemerkenswerter Schönheit und Ausdruckskraft.

Die Absage von Sabine von Blohn brachte ein neues Gesicht ins Ensemble: Die junge Sopranistin Elizabeth Wiles vom Saarbrücker Staatstheater erwies sich als Glücksfall für ihre Partie. Nicht nur äußerst sicher in den Koloraturen, sondern mit einer in allen Lagen präsenten Sopranstimme von großer Leuchtkraft ausgestattet, überzeugte sie auf Anhieb und machte ihre Soli und das Duett der beiden Frauen zu Höhepunkten der Aufführung. Auch das Andante Nr.X, ein Quartett mit Chor, gewann durch ihren Part zusätzlichen Glanz.

Der Dirigent war sichtbar begeistert und bedankte sich am Schluss für den herzlichen Applaus in der vollen Martin-Luther-Kirche mit einer Wiederholung des Schlusses, wo der Sopran mit dem Chor um die Wette jubelt.


Saarbrücker Zeitung
8.12.2010

Es wurde ein handliches Stück

Von Herzogenbergs "Die Geburt Christi"
in der Luther-Kirche mit viel Applaus bedacht

Ein beachtliches, von Helmut Haag zusammengestelltes Aufgebot an Mitwirkenden sorgte in der Martin-Luther-Kirche für eine gelungene Aufführung. "Die Geburt Christi" von Heinrich von Herzogenberg ist ein musikalisch üppig ausgestattetes Krippenspiel.


Heinrich von Herzogenberg ließ sich 1894 von seinem Freund Friedrich Spitta zur Komposition eines Weihnachtsoratoriums überreden. Es sollte ein handliches Stück werden zum Gebrauch in Kirchengemeinden, die sich keinen teuren Oratorien-Apparat leisten konnten. Spitta stellte einschlägige Bibeltexte (Prophetenworte und die Weihnachtsgeschichte) zu einem dreiteiligen Textbuch zusammen und garnierte es mit bekannten Chorälen und gängigen Weihnachtsliedern. Herzogenberg reicherte diese Zutaten mit kunstvollen Harmonien im Geiste Bachs und mit melodischen Ornamenten im spätromantischen Stil an und fügte eigene, in weichem Klang schwelgende Sätze hinzu.

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Helmut Haag stellte ein beachtliches Aufgebot an Ausführenden zusammen: die Evangelische Kantorei, die Singschule St. Hildegard, den Concino-Kinderchor und das Neue Saarländische Kammerorchester, Christian von Blohn (Harmonium), Markus Schaubel (Orgel); dazu kamen noch vier Solisten für die Partien der Propheten, der Engel sowie von Maria und Joseph.
Letztere entledigten sich ihrer dankbaren Aufgaben souverän: Sabine von Blohn mit klarem Sopran, Judith Braun mit ansprechendem Mezzo, Alexander Wendt als weich timbrierter Evangelist. Der kurzfristig eingesprungene Bass Vinzenz Haab war für die Prophetenworte wie für die Josephs-Partie - eine luxuriöse Besetzung. Die Chöre demonstrierten mit Hingabe ihre beachtliche Stimmkultur in allen Abstufungen: Zarte Lyrik wechselte mit ausschweifenden Klängen, schlichte Liedform mit komplexer musikalischer Textur.
Die Musiker des Kammerorchesters lenkten vorwiegend in den Vor- und Zwischenspielen die Aufmerksamkeit auf den seidigen Glanz ihres Streicherklangs. In der Hirtenszene steuerten der Kinderchor und die von Veit Stolzenberger glänzend gespielte Solo-Oboe idyllische Akzente bei. Helmut Haag am Pult betreute das Ganze mit liebevoller Umsicht und sorgte für ausgewogene Proportionen zwischen den sehr unterschiedlichen Sätzen des Stückes.
Darin wurde er dezent von Christian von Blohn am Harmonium und effektvoll von Markus Schaubel an der Orgel unterstützt. Das Publikum in der vollen Martin-Luther-Kirche, in andächtiger Feststimmung, feierte die Ausführenden anhaltend und herzlich.

SAARBRÜCKER ZEITUNG
16. 6. 2010

Förderkreis für Kirchenmusik
brilliert in St. Ingbert

Publikum bekommt Auswahl an Bach-Werken geboten

Groß war die Zahl der Zuhörer, die sich am Sonntagabend zum Sommerkonzert des Freundes- und Förderkreises für Kirchenmusik in der Martin-Luther-Kirche einfanden, um ein reizvolles Programm an Instrumental- und Vokalwerken Johann Sebastian Bachs unter der Leitung von Helmut Haag zu erleben. 

Virtuos in den schnellen Ecksätzen und einfühlsam im langsamen Mittelsatz gestaltete Christian von Blohn den Solopart im eröffnenden Cembalokonzert
A- Dur, dezent begleitet vom Neuen Saarländischen Kammerorchester. 

Als vokale Zwischenmusik erklang darauf Bachs freudige Motette „Lobe den Herrn, alle Heiden“ BWV 230 mit dem vorangestellten Choral „Lobe den Herrn,den mächtigen König“ und dem abschließenden Halleluja von der Evangelischen Kantorei sehr engagiert und klangschön dargeboten. 

Zu Recht mit Bravorufen bedacht wurde die Aufführung des berühmten Brandenburgischen Konzerts Nr.4 G-Dur. Die klanglich wunderbar harmonierenden Flöten von Britta Jacobs und Grigory Mordashov wetteiferten mit
der von Thomas Hemkemeier virtuos gespielten Violine auf hohem musikalischen Niveau und ließen im Dialog mit dem Orchester keine Wünsche offen. 

Bachs selten zu hörende Messe in A-Dur BWV 234 bildete den würdigen Abschluss des Konzerts.
Die Gesangssolisten Stefanie Fels, Sopran, Angela Lösch, Alt und Alexander Lauer, Bass, gestalteten ausdrucksvoll die Arien wie auch ihre Soli im Wechsel mit dem Chor. Sicher und mit hörbarer Freude bewältigte die Kantorei die anspruchsvollen Chorpartien in Kyrie und Gloria. Das Orchester sorgte für die nötige instrumentale Grundierung. 

Am Ende viel Beifall für Solisten, Chor, Orchester und Dirigent. Mit der Wiederholung des ’Cum sancto spiritu’ aus der Messe entließen die Ausführenden die Zuhörer wohlgestimmt in den Sommerabend.

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SAARBRÜCKER ZEITUNG
17. 9. 2009

Ein musikalisches Bilderbuch

Haydns Oratorium
"Die Schöpfung" in der Martin-Luther-Kirche

Das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Martin-Luther-Kirche applaudierte dem Chor der Evangelischen Kantorei, dem Orchester, bestehend aus Musikern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, und den Solisten Anne Kathrin Fetik, Sopran, Alejandro Ramirez, Tenor,und Siegmund Nimsgern, Bass, am Ende mit stehendem Ovationen.(...)

Der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert nahm die Einweihung des St. Ingberter Gotteshaus vor 150 Jahren und das 200. Todesjahr Haydns zum Anlass, "Die Schöpfung" in einem Kirchenkonzert aufzuführen.(...)
Namhafte Solisten wurden engagiert. Anne Kathrin Fetik, Sopran, wusste mit klarer, heller Stimme als Gabriel und Eva zu gefallen. Tenor Alejandro Ramirez meisterte seine lyrischen und dramatischen Partien als Uriel mit Bravour. Bass Siegmund Nimsgern überzeugte mit seiner markanten Stimme sowohl als Raphael als auch als Adam. Auch die Duette und Terzette wirkten ausgewogen und homogen. 

Unter dem souveränen Dirigat von Helmut Haag gefielen die stark angewachsene Evangelische Kantorei und ein Orchester aus Mitgliedern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. 
Solisten, Chor und Orchester setzten gekonnt die fesselnde, musikalische Tonmalerei des Werkes um. Chaos, Licht, Sturm, Gewitter und Meeresbrausen wurden verlebendigt. Selbst die Bewegungen der Tiere wurden musikalisch nachgeahmt. 
Jedes Tier wurde mit eigenen Rhythmen, Tonfolgen und typischen Klängen gemalt, vom Brüllen des Löwen bis zum schwerfälligen Kriechen des "Gewürms" auf dem Boden.

Hervorzuheben sind auch die jubelnden Ausbrüche des Chores bei "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes", "Der Herr ist groß in seiner Macht", das als Zugabe wiederholt wurde, und dem hymnischen Lobgesang "Heil Dir, o Gott, o Schöpfer, Heil!".

Lang anhaltender Applaus des begeisterten St. Ingberter Musikpublikums belohnte die Interpreten und beschloss das zweistündige Konzert, das die Festwoche "150 Jahre Martin-Luther-Kirche" eröffnete, die am Sonntag mit einem Festgottesdienst enden wird.

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SAARBRÜCKER ZEITUNG
30.4.2008

Freudig tönender Gesang

Konzert in der Martin-Luther-Kirche
in St. Ingbert 

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Hell und freudig tönender religiöser Gesang von englischen Komponisten war Mittelpunkt des Konzertes der evangelischen Kantorei am Sonntagabend in der Martin-Luther-Kirche unter Leitung von Thomas Huck. (...)
Mit überzeugt klingenden hohen Frauenstimmen begann das erste Werk, „Te Deum laudamus“ von Charles Villiers Standford, fröhlich und strahlend wie alle Gesangswerke des Abends, nicht nur die beiden anderen „Te Deum“. Ein freudig gesungenes kleines Werk war das „Lead me, Lord“ von Samuel Wesley, als Zugabe nochmals gesungen und überwiegend von den Frauenstimmen gestaltet, die bei dieser Musik am stärksten gefordert waren, auch mit sehr hohem Gesang, der stets sauber gemeistert wurde. (...)
Strahlend und mit überzeugt klingenden Stimmen und allzeit sauber, selbst die höchsten Frauenstimmen, kam der schöne Gesang „For all the Saints“ von Ralph Vaugham Williams, nicht etwa traurig, wie zu unserem Allerheiligenfest, sondern die Heiligen lobend und freudig preisend. Vom gleichen Komponisten war auch das „Let all the world in every corner sing“. Herb dagegen klang von Benjamin Britten das „Festival Te Deum“ op. 32. (...)
Vielstimmiges Lob erscholl im „Te Deum laudamus“ von Edward Elgar, von der Orgel, auch beim folgenden „Benediktus“ von Elgar wesentlich mitgestaltet. Bei dem Konzert, dessen Erlös der Innenraum-Renovierung der Martin-Luther-Kirche zugute kommt, erklang auch das neue „englisch-Gamben-Register“ der Orgel. Mit zwei Zugaben beendete der Chor ein Konzert, das ein weiterer Höhepunkt der Konzerttätigkeit der Evangelischen Kantorei bleiben wird


Saarbrücker Zeitung
12. 11. 2008

Chor begeistert mit Bach

Evangelische Kantorei lockt viele Zuhörer
in die Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert

Zwei Kantaten von Johann Sebastian Bach standen am Sonntag auf dem Programm in der vollbesetzten Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert. Die Evangelische Kantorei wurde für Ihren Vortrag gefeiert. Es herrschte rauschender Jubel am Ende
des Konzertes.
Das Konzert war Johann Sebastian Bach gewidmet. Mit den beiden Kantaten "Wer nur den lieben Gott lässt walten" und "Ich hatte viel Bekümmernis" war auch dem Trauermonat November Reverenz gewidmet.
Die erste Kantate erzeugt eine ungemein trostvolle Wirkung. Wohltönender, harmonischer Chorklang war von Anfang bis zum Schluss zu hören.
Sabine von Blohn mit ihrem durchsichtigen Sopran, Gabriele May mit ihrem tiefen, fraulichen Alt, Thomas Burger mit seinem hellen Tenor und seiner deutlichen Aussprache und Alexander Lauer mit seinem angenehm warmen Bariton vermochten den auf Gottes Vertrauen setzenden Text den Zuhören zu vermitteln, die herrliche Soli, Duette, Trios und Quartette von den Solisten hörten.
Ein bekanntes, selten live zu hörendes Werk ist das fünfte Brandenburgische Konzert, das hier in strahlender Manier erklang.
Ebenfalls selten zu hören ist Bachs Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis". Ein zweiteiliges Werk und auch länger als eine normale Kantate. Nach dem Text und der Musik von tiefem Leid, erstrahlt aus Überzeugung und mächtig der Schlusschoral "Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen...", endete stimmgewaltig das Bach gewidmete Konzert, mit dem sich Helmut Haag wieder bei der Evangelischen Kantorei zurückmeldete. Stehender Applaus war der Dank.

SAARBRÜCKER ZEITUNG
6.11.2007

Alte Instrumente vermitteln einen authentischen Hörgenuss

Konzert der Evangelischen Kantorei in der St. Ingberter Martin-Luther-Kirche begeisterte mit quadrophonem Chorerlebnis

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Jubilierender und festlicher hätte es nicht klingen können, als beim Konzert unter Leitung von Thomas Huck am Sonntagabend in der St. Ingberter Martin-Luther-Kirche. Von allen Ecken der Kirche strömte strahlender Chorgesang, denn die Evangelische Kantorei hatte sich beim Konzert mit den „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz, wie vom Komponisten vorgesehen, in mehrere Chöre aufgeteilt, die von verschiedenen Stellen in der Kirche aus sangen.
Dadurch wurde nicht nur eine authentische Wiedergabe, wie es in der Kantorei unter Thomas Huck schon Tradition ist, sondern auch ein beeindruckendes quadrophones Hörerlebnis vermittelt. Und wenn dann noch die tiefgehenden, von innen strahlenden, wohlig klingenden Werke von Heinrich Schütz, die eine Synthese aus überschäumender italienischer Lebensfreude und deutscher protestantischer Kirchenmusik ist, so stilistisch und akustisch sauber bis in die Höhen interpretiert werden, wie von der Kantorei und dem Solistenchor, dann ist das Erlebnis einfach überwältigend.
Dazu kam noch die Wiedergabe mit Alten Instrumenten, wie Theorbe, Zink und Dulzian, die neben den Barockgeigen erklangen. So war eine möglichst authentische Wiedergabe wie in der Zeit von Schütz garantiert.
Eine Glanzleistung vollbrachte Thomas Huck mit der Koordinierung der an verschiedenen Plätzen aufgestellten Einzelchöre, Solisten und Instrumentengruppen. Neben all den einzelnen Psalmen wird der mit seinem strahlenden Jubel nicht zu überbietende Psalm „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich“, der auch als Zugabe zu hören war, als besonderes Hörerlebnis in Erinnerung bleiben.

Wochenspiegel
4. April 2007

Evangelische Kantorei präsentierte
Requiem von Maurice Duruflé

Ein großartiges Konzerterlebnis
in der Hildegardskirche

In der gut besetzten Hildegardskirche fand ein Konzert mit einem selten aufgeführten spätromantischen Werk mit Kirchenmusik farbiger und leichter Harmonik statt.
Die Evangelische Kantorei St. Ingbert hatte sich mit dem Requiem von Maurice Duruflé ein Werk vorgenommen, das etwas außerhalb des Rahmens ihrer in letzter Zeit gesungenen Werke aus Barock und Klassik fällt.(...)
Die Einstellung des Chores auf diese Musik französisch-katholischen Einschlags ist vorzüglich gelungen und mit Vincent Warnier, der die Orgelbegleitung übernommen hatte, saß ein Orgelvirtuose ersten Ranges auf der Orgelbank.(...)
Thomas Huck verstand es, seinem Chor den warmen, weichen melodiösen Klang der französischen Kirchenmusik zu geben, sowohl bei den Gesamtchorstellen, als auch bei den reinen Männerchor- oder Frauenchorstellen. Alles kam homogen und ausgewogen - ein insgesamt runder Klang.(...)
Die Evangelische Kantorei zeigte mit der Aufführung des Requiems von Duruflé, dass sie nicht nur barocke und klassische Werke stilistisch korrekt, sondern auch auch die romantischeren Komostionen entsprechend stilecht interprtieren kann.

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Saarbrücker Zeitung
14. 11. 2006

Sänger jubeln wie
mächtige Orgel

Solisten und Chor der Evangelischen Kantorei beeindruckten mit ihrem „Lobgesang“

Ein beeindruckendes Kirchenkonzert mit jubelndem und preisendem Gesang erlebten die Besucher beim Konzert der Evangelischen Kantorei in der gut besetzten Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert.
Die Evangelische Kantorei feierte in diesem Jahr das Jubiläum 140 Jahre evangelischer Kirchenchor in St. Ingbert und 30 Jahre Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche. Mit einem grandiosen Kirchenkonzert gedachte man der beiden Jubiläen. (...)
Ein Höhepunkt der chorischen Arbeit der Kantorei der letzten Jahre aber dürfte die Wiedergabe des „Lobgesangs“ gewesen sein. (...)
„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ heißt es zu Beginn. Und so hörte sich der Jubelchor an. Wie das Tutti einer großen Orgel. (...)
Saubere Soprane in höchsten Tönen, und alle Stimmen in ihren Einsätzen und Themenköpfen wie gemeißelt, zeichneten das gesamte Konzert aus. (...)
Höhepunkt des ganzen „Lobgesangs“ ist das a cappella gesungene „Nun danket alle Gott“, bei dem bei der Erstaufführung in England unter Mendelssohn alle Hörer aufstanden. (...)
Eindrucksvoller als den Schlusschor kann man ein Werk nicht gestalten.

Es war ein Konzert, würdig des Jubiläums. Langanhaltender, kräftiger Applaus war Dank für dieses Konzerterlebnis.

SAARBRÜCKER ZEITUNG
6.4.2006

Chor begeistert mit Bach

Evangelische Kantorei lockt viele Zuhörer
in die Martin-Luther-Kirche in St. Ingbert

Ein sehr anspruchsvolles Programm hatte sich die Evangelische Kantorei St. Ingbert für ein Konzert in der Martin-Luther-Kirche ausgesucht. Der Chor und Organist Rainer Oster ergänzten sich wirkungsvoll und boten unter anderem Kompositionen von Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Josef Rheinberger und Louis Vierne. Von den Zuhörern gab es für die Darbietungen großen Applaus.

Als stets zuverlässlicher Partner des Chores gestaltete der Organist Rainer Oster die Orgelbegleitung der Chorwerke, von der Kantorei vor dem Altar gesungen. In „Tribulationes“ (Leiden und Bedrängnis), „Eripe me“ (Rette mich Herr) und „Dextera Domini“ (Gottes gewalt'ger Arm) von Josef Rheinberger ließ die Kantorei trotz der Herbheit der Werke mit strengem kontrapunktischem Satz mit der Schönheit ihrer Stimmen und der Tiefe der auskomponierten Textaussagen die Hymnen klangstark erstrahlen. Dabei klang das „Eripe me (Rette mich) wie ein Schrei. „Doce me“ (hilf mit) wie ein Ruf, und das zweite „Eripe me“ wie eine Bitte. Die Messe Solennelle von Louis Vierne ist 1900 zwischen seinen beiden ersten Orgelsinfonien komponiert worden und blieb Viernes einziges Chorwerk. Sie ist eigentlich mit ihrem pompösen, opernhaften Klang eine Messe für einen großen Chor. Aber auch die Kantorei ließ bereits beim teils fugierenden Kyrie die Stimmen „laut erschallen“. In dieser Messe fordert Vierne viel die Männerstimmen, die hörbar froh waren, ihre Stimmen einmal quasi solistisch erklingen zu lassen. Von den Frauenstimmen fordert der Komponist höchste Höhen, die manchmal nicht leicht und mit Anstrengung zu erklimmen schienen. Dem Chor gelang es aber, das Werk bei den Gott lobenden Stellen feierlich und mächtig erstrahlen zu lassen, bei den Bitten weich und bei den Leidensstellen herb und mitleidend erklingend zu gestalten. Die Orgel war dabei nicht nur begleitendes, sondern auch gestaltendes Element.

 

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Saarbrücker Zeitung
22.11.2005

Mozart wie im Original

Aufführung des "Requiems" zum Totensonntag mit Chor, Solisten und historischen Instrumenten
Die Evangelische Kantorei St. Ingbert führte am Totensonntag in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche unter der Leitung von Thomas Huck das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Dazu sangen vier junge Solisten, und das Ensemble Con Temperamento spielte auf historischen Instrumenten.

Zum Totensonntag führte die Evangelische Kantorei St. Ingbert in der vollbesetzten Martin-Luther-Kirche das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Zur gut einstudierten und mit großer Chorkultur singenden Kantorei und einem Solistenquartett mit kräftigen Stimmen musizierte das Ensemble Con Temperamento auf historischen Instrumenten unter der Gesamtleitung von Thomas Huck.

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Sehr schön waren von der Kantorei die einzelnen Chorstellen gestaltet, so mit seufzenden Geigenklängen das "Lacrimosa dies illa" oder das wie gebetet gesungene "Hostias et preces tibi". Klare Einsätze kamen bei den verschiedenen Fugenthemen, insbesondere bei der Schlussfuge "Cum sanctis". Von Thomas Huck gut einstudiert konnte die Kantorei sicher und frei singen und so strömten die Chorsätze lebendig und wohlklingend.